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Tina Hofer

Tina ist eine Abkürzung. Wofür, verrät sie nicht. Sie mag ihren vollen Namen nicht, aber ich kenne ihn natürlich, weil wir schon miteinander in die Volksschule gegangen sind.

Tina ist Katrins beste Freundin. Über sie gibt es nicht viel zu sagen. Sie ist nett. Sonst ist sie irgendwie sehr unauffällig und durchschnittlich. Glatte, braune, lange Haare, wenig prägnantes Gesicht.

Sie hat es auch nicht leicht gehabt im Leben: Ihre Eltern sind mit dem Auto verunglückt, als sie ein Kleinkind war. Darüber redet sie aber nicht. Sie ist dann bei den Großeltern aufgewachsen, und vor zweieinhalb Jahren ist ihr geliebter Opa auch noch gestorben. Das war ausgerechnet bei einer Bergwanderung, die er mit ihr gemacht hat. Er hatte einen Herzinfarkt. Sie war dabei und konnte ihm nicht mehr helfen. Das muss voll schlimm gewesen sein für sie. Die Sache hat sie so getroffen, dass sie, glaub ich, zwei Wochen nicht in der Schule war.
In der Klasse haben sich dann alle ganz nett um sie gekümmert, aber ich glaube, dass sie das Ganze noch immer nicht richtig verkraftet hat. Jetzt hat sie nur mehr ihre Oma in Stockerau.

Früher war sie eine richtige Träumerin, aber die Ereignisse in ihrem Leben haben sie halt ziemlich brutal auf den Boden der Wirklichkeit zurückgeholt. Jetzt ist sie die totale Realistin und glaubt weder an Übersinnliches noch an Verschwörungstheorien.
Und sie hält mich für verrückt.
Manchmal kann ich ihr dafür nicht mal böse sein.